Dafür setzen wir uns ein

Niederschwellige Information, die aktiv an Angehörige herangetragen wird

Nach wie vor haben viele Angehörige das Gefühl, nicht ausreichend über die Krankheit an sich, aber auch über Unterstützungsleistungen und Angebote in der Region, informiert zu sein. Es gibt kaum aufklärende Gespräche nach einer Diagnose, was ab jetzt zu beachten ist und was nächste Schritte sein sollten. Der Erfolg des Grazers Demenzwegweisers hat gezeigt, wie groß das Bedürfnis nach einem Plan ist. Es braucht daher eine Informationsplattform, die Wissen über die Krankheit, aber auch über regionsspezifische Hilfestellung für Laien, leichtverständlich vermittelt und einen „Handlungsplan“.
Besonders gefragte Informationen sind:

  • Vorsorgevollmacht und Erwachsenenschutzrecht
  • MindestsicherungsbezieherInnen, die in ein Heim kommen, müssen, um weiterhin krankenversichert zu sein, einen Antrag stellen – hier kommt man nur sehr mühsam zu Informationen
  • Ausgleichszulage, wenn 24-Stunden-Betreuung in Anspruch genommen wird

 

Der Krankheit angepasste Einstufung von Pflegegeld

 

Es stellt sich beispielsweise immer wieder die Frage, ab wann man von einer Inkontinenz sprechen kann. Angehörigen entwickeln Strategien diesem Problem Herr zu werden, indem sie prophylaktisch das WC mit dem Betroffenen regelmäßig aufsuchen, ihn erinnern, anhand der Körpersprache versuchen zu erkennen, ob ein Harndrang besteht und dann die Toilette aufsuchen oder ähnliches. Doch da er durch die Unterstützung des Angehörigen rechtzeitig die Toilette erreicht, ist er im klassischen Sinn nicht inkontinent und dadurch ist dieser Aufwand für die Zuerkennung des Pflegegelds nicht relevant. Deren Beispiele gibt es viele. Daher braucht es alternative Kriterien bei der Aufwandseinschätzung bei Menschen mit Demenz.

 

 

Stunden- tageweise und 24-Stunden-Betreuung

 

Die 24-Stunden-Betreuung ist ein wichtiges Angebot für die Familien. Viele Angehörige möchten das betroffene Mitglied zuhause behalten und diese Aufgabe ist oft nur bewältigbar, wenn man Unterstützung bekommt. Oft bräuchte man nur stunden- bzw. tageweise Unterstützung, aber da fehlt es nach wie vor an ausreichenden Angeboten. Ein großes Problem in der 24-Stunden-Betreuung ist der unzureichende Wissensstand über Demenz bei den Agenturen sowie bei den BetreuerInnen. Zumeist gehen die Agenturen auf Forderungen – wie ausreichende Deutschkenntnisse, Wissen über die Erkrankung – nur sehr unzureichend ein. Das neu eingeführte Qualitätssiegel für die 24-Stunden-Agenturen hat offenbar nicht die Wirkung, die vor allem Familien mit einem Demenzerkrankten brauchen würden. Daher wäre es wichtig – rasch neue Konzepte für stunden- und tageweise Betreuung mit den betroffenen Personen zu erarbeiten und mit den 24-Stunden- Agenturen zu erläutern, wie das Spezialwissen über die Demenz vermittelt werden kann.

 

Demenz im Krankenhaus

 

Obwohl hier bereits viel getan wurde, das auch sehr positiv gesehen wird, fehlt es noch an einem angepassten Entlassungsmanagement, das von innen nach außen direkt begleitet und nicht allein berät.

Was auch immer wieder auffällt, ist, dass bei Einlieferung aufgrund einer sonstigen Erkrankung auf die demenzielle Vorgeschichte kaum eingegangen wird oder mit den Angehörigen bzw. behandelten Ärzten Rücksprache gehalten wird. So kommt es beispielsweise vor, dass ein dementiell erkrankter Patient mit einer Elektrolytentgleisung in eine Notaufnahme kommt und nach erfolgreicher Behandlung wieder entlassen wird, ohne jedoch zu hinterfragen, wie es zu diesem Zustand gekommen ist und ob man hier nicht genauer hinsehen müsste, ob im häuslichen Bereich ausreichende Betreuung vorhanden ist.

Oft ist es auch notwendig, dass der Angehörige bei einem längeren Aufenthalt im Krankenhaus bleibt, dafür wären Zimmer nach dem Vorbild des Mutter-Kind-Zimmers hilfreich.

Wenn man einen Menschen mit Demenz im Krankenwagen wohin bringen muss, ist das zumeist mit sehr viel Stress und Aufregung verbunden. Mehrfachtransporte verschlimmern oft die Lage, da sie die Fahrzeiten verlängern und den Menschen mit Demenz zusätzlich verwirren können. Wir bitten daher, auch hier über eine Lösung nachzudenken.

 

Akkutversorgung

 

Voller Hoffnung blicken wir auf die kommende Ausrollung des Projektes der Community Nurses. Wir erhoffen uns davon, dass die Unterstützung bei akut auftretenden Notfällen verbessert wird. Ein Notfall kann dadurch entstehen, dass der betreuende Angehörige ausfällt oder dass ein Mensch mit Demenz sich über mehrere Tage so herausfordernd verhält, dass eine Betreuung nicht mehr möglich erscheint. Wir wissen, dass das herausfordernde Verhalten oft einen Grund, wie beispielsweise Schmerzen, hat. Trotzdem sind solche Situationen dafür verantwortlich, dass man dann nur mehr das Heim als letzten Ausweg sieht. Viele Wünschen sich jedoch eine zeitlich begrenzte, adäquate und rasche Unterstützung und Hilfestellung.

 

Spezialthema Corona

 

Heim

Wer an Demenz leidet, braucht Nähe. Gerade in Corona-Zeiten und bei einem Heimaufenthalt ein schwer zu erfüllendes Bedürfnis. Das ist auch für viele Angehörige gut nachvollziehbar. Jedoch fühlen sich immer mehr Angehörige als Störfaktor in den Heimen und nur mehr als Bittsteller geduldet, ob sie nun die Mutter, den Vater, oder ihre Lebensgefährten noch sehen dürfen.

Die allgemeinen Regeln für Besuche im Heim, die auch öffentlich kommuniziert wurden, werden von den Betreibern unterschiedlich ausgelegt. Man hat nicht das Gefühl, dass hier die Notwendigkeit von menschlicher Nähe, vertrauten Kontakten und der Erhalt der Ressourcen von Menschen mit Demenz bei der Entscheidung von hausinternen Regeln eine Rolle spielen.  Kann man sich also mit der Heimleitung nicht auf einen gangbaren Weg für alle Beteiligen einigen, fehlt es hier an bekannten Möglichkeiten der Mediation oder an weiteren Instanzen. So hängt es oft von den Möglichkeiten und dem Kampfgeist der Angehörigen ab.

Viele Angehörige fühlen sich, nachdem sie ihre Liebsten in Einrichtungen unterbringen mussten, weil die Pflege im häuslichen Umfeld nicht oder nicht mehr möglich war, weiterhin für den Menschen moralisch verantwortlich. Wir sind auch überzeugt, dass Angehörige eine wertvolle Ressource in den Heimen sein können. Daher muss es selbstverständlich werden, dass Angehörige ein Teil des Heimalltags werden sowie in die Betreuungsplanung und auch in die Entscheidungen miteinbezogen werden.
 

Impfung

Einem Menschen mit Demenz Corona zu erklären, ist eine Aufgabe für sich. Dazu kommt oft noch, dass ein demenziell erkrankter Mensch Arztbesuche verweigert, sowie wenig Geduld beweist, wenn er sich in einer Warteschlange befindet.  Daher wäre es sehr hilfreich, wenn Personen die noch zuhause wohnen, die Möglichkeit haben, zuhause geimpft zu werden. 

Das sind wir

Claudia Knopper

Obfrau

Mein Vater hat die Diagnose Alzheimer mit 58 Jahren bekommen. Es war ein Schock für mich und lange Zeit wollte ich es einfach nicht wahr haben. Diese Jahre hatten für mich viele schwere Stunden. Ich habe mir immer gewünscht mich mit Menschen auszutauschen, die ein ähnliches Schicksal teilen und die mir aufgrund ihrer Erfahrung helfen können, zu verstehen was mit meinem Papa passiert. 

Sylvia Müller

Kassiererin

ich wohne mit meinem Mann und meinen beiden Kindern in Graz. Im Jahr 2012 starb meine neunzigjährige Schwiegermutter, die an Alzheimer erkrankt war. Es dauerte einige Zeit, bis ihre Erkrankung erkannt wurde. Der Umgang damit war anfangs nicht leicht für mich, da meine Schwiegermutter zu einem anderen Menschen wurde. Im Laufe der Zeit konnte ich mich langsam auf ihre "neue Persönlichkeit" einstellen.

Inna Vartschenko

Obfrau Stellvertreterin

Ich bin gemäß meiner Ausbildung und Berufung als freiberufliche Dipl.-Sozialbetreuerin tätig und betreue und begleite einige ältere Menschen sowie berate und unterstütze ihre Angehörigen bei der Bewältigung ihres nicht immer leichten Alltags. Dabei passe ich meine Leistungen den Bedürfnissen meiner Schützlinge an. Hierbei steht die Erhaltung ihrer Ressourcen und Möglichkeiten zur Sicherung der Lebensqualität für mich im Vordergrund. 

Andrea Hohl

Gesprächsrundenleiterin Leoben

Ich bin Tochter einer an Alzheimer erkrankten Mutter. Als die Diagnose dieser Krankheit vor einigen Jahren im Raum stand, war nicht klar, was da auf unsere Familie zukommen würde.Da ich mich von Anfang an in einer Betreuungssituation befunden habe, war ich auf der Suche nach Hilfe für mich und meine Situation.

So kam ich zu SALZ. Da ich erfahren habe, wie es sich anfühlt, in Situationen, die einem alles abverlangen, nicht mehr weiter zu wissen, bin ich froh nun nicht mehr alleine zu sein.

Teresa Trattner

Gesprächsrundenleiterin Leibnitz

Meine Mutter hat Demenz und lebt in einem Heim. 

Johanna Schober

Gesprächsrundenleiterin Voitsberg

Mein Mann bekam die Diagnose Alzheimer mit 62 Jahren.

Es war schrecklich für uns als Familie. Wir haben 3 gemeinsame erwachsene  Kinder und 5 Enkel. Durch seine veränderte Persönlichkeit ist der Alltag sehr schwierig.

Sich mit Menschen auszutauschen denen es ähnlich geht ist mein Anliegen.

Mit Salz ist es gelungen auch in Voitsberg eine Selbsthilfegruppe zu gründen.

Teresa Salleger

Gesprächsrundenleiterin Weiz

Mein Gatte hatte mit 65 Jahre die Diagnose Prostatakrebs und ein Jahr später die Diagnose Demenz erhalten. Es war ein Schock für die ganze Familie (2 Kinder, 2 Schwiegerkinder und 4 Enkelkinder). Ich ihn vorwiegend allein betreut (für 3 Stunden pro Woche kam eine Betreuung vom Pflegeentlastungsdienst der Caritas). Da im August 2020 meine Energie verbraucht war, habe ich den Rat meiner Hausärztin befolgt und meinen Gatten - schweren Herzen -  in ein Pflegeheim gegeben. Er hat sich sofort wohl gefühlt, und ich wusste, dass es die richtige Entscheidung war. Leider ist er Ende Dezember 2020 verstorben.

Da ich leider nicht die Möglichkeit hatte, mich in einer Selbsthilfegruppe auszutauschen, ist es mir ein Anliegen, eine SHG in Weiz zu gründen. SALZ hilft mir dabei.

Karin Neißer

Gesprächsrundenleiterin Leoben

Mein Vater bekam vor einigen Jahren die Diagnose Alzheimer, bis kurz vor seinem Tod wurde er von meiner Mutter, meinen zwei Geschwistern und mir zu Hause betreut.

Eine sehr herausfordernde Situation, da die Krankheit die Persönlichkeit des Betroffenen sehr verändert.

Salz gab uns in dieser Zeit die Möglichkeit uns mit Gleichgesinnten auszutauschen, wir wurden verstanden, alle hatten die gleichen Schicksale. Diese positiven Erfahrungen möchte ich weitergeben.

 

Nußbacher Ernestine

Gesprächsrundenleiterin

Schon einige Jahre begleitet mich die Diagnose – Demenz bzw. Alzheimer in meiner Familie.

Meine Mutter bekam die Diagnose Alzheimer im Winter 2015 mit 79 Jahren. 

Mein Schwiegervater hat 2017 die Diagnose Alzheimer, im 85. LJ, bekommen.

Ich tausche mich gerne mit anderen „Leidensgenossen“ aus und möchte mich so gut ich kann einbringen.

Ich wünsche mir, eine schnelle Umsetzung der Tagesbetreuung im Bezirk Voitsberg, mehr Hilfe für pflegende Angehörige und viel und laufende Info für Betroffene.

Kontakt

TEL: 0676 45 20 400

oder nutzen Sie unser Kontaktformluar 

Weiz

Jeden ersten Montag des Monats 17:00 - 19:00

 

Gratwein

Jeden ersten Donnerstag des Monats 17:00 - 19:00

 

Graz

Jeden zweiten Montag des Monats von 14:00 - 16:00 

 

Jeden letzten Donnerstag des Monats von 17:30 - 19:30

 

Online

Jeden zweiten Dienstag des Monats von 17:30 - 19:00

Zoom-Meeting beitreten

 

Leoben

Jeden dritten Montag des Monats 17:00 - 19:00

 

Voitsberg

Jeden dritten Mittwoch des Monats 17:00 - 19:00

 

Liezen

Jeden dritten Donnerstag des Monats 17:00 - 19:00

 

Leibnitz

Jeden letzten Montag des Monats 17:00 - 19:00

 

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